Immobilienlexikon – die wichtigsten Begriffe der Immobiliensprache

Immobilienlexikon – die wichtigsten Begriffe der Immobiliensprache

Annuitätenkredit? Kataster? Unbedenklichkeitsbescheinigung?! Die Immobiliensprache ist mitunter eine ganz eigene (Fremd-)Sprache – anbei haben wir die wichtigsten Begriffe in unserem Immobilienlexikon zusammengefasst und erklärt!

BegriffDefinition
AlleinvermittlungsauftragBei einem Alleinvermittlungsauftrag erhält ein Makler das exklusive Recht eine Immobilie oder ein Grundstück zur Miete oder zum Verkauf zu vermitteln. Dieses Recht ist auf drei (Miete) oder sechs (Kauf) Monate befristet. In dieser Zeit darf selbst der Auftraggeber nicht suchen. Wenn dieser einen Käufer oder Mieter findet, bekommt der Makler trotzdem seine Provision. 
AnlegerwohnungWohnung, die gekauft wird um sie dann weiter zu vermieten anstatt selbst darin zu wohnen. Ziel ist es mittels Mieteinnahmen zusätzliche Einkünfte zu generieren und langfristig Kapital zu vermehren.
AnnuitätendarlehenVariante des Hypothekendarlehens, bei dem über die Jahre gleich hohe Raten (=Annuitäten) zurückbezahlt werden. Diese bestehen aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil.Eine genaue Erklärung und Anleitung zur Berechnung findest du hier:  Annuitaetendarlehen einfach erklaert
Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetz (MRG)MieterInnen und Vermieterinnen genießen unterschiedliche Rechte und Pflichten, je nachdem, ob das Mietrechtsgesetz (MRG) zur Anwendung kommt (höchster Mieterschutz) oder nicht (kaum Mieterschutz). In der Regel hängt das vom Datum der Erbauung des Gebäudes und dem Gebäudetyp ab. Vollanwendungsbereich des MRG: Wohnungen in Gebäuden, die vor dem Ende des zweiten Weltkriegs erbaut wurden. Teilanwendungsbereich des MRG: Gilt für Wohnungen in nicht geförderten Neubauten (mit Baubewilliigung nach 30.6.1953) und von Wohnungen in Neubauten, die in Wohnungseigentum stehen (und Baubewilligung nach dem 8.5.1945). Zur Gänze vom MRG ausgenommen: Sind Mietgegenstände in einem Gebäude mit nicht mehr als zwei selbstständigen Wohnungen (Ein- oder Zweifamilienhäuser) oder Geschäftsräumlichkeiten.
BauabnahmeBei der Bauabnahme werden sämtliche Arbeiten der am Hausbau beteiligten Handwerker von Bauherrschaft und Bauleiter kontrolliert und „abgenommen“.
BauträgerEin Bauträger ist ein Unternehmen, das ein Bauvorhaben auf eigenes Risiko errichtet und abwickelt. Der Bauträger zeichnet sich dabei für alle Aspekte des Bauvorhabens verantwortlich. Er erwirbt die Grundstücke, plant und bebaut diese und verkauft sie dann als Wohneinheiten oder einzeln bebaute Parzellen weiter. 
BetriebskostenIn Österreich sind die Betriebskosten (auch Hausbetriebskosten genannt) definiert als laufende regelmäßige Kosten, die dem Eigentümer einer Wohnung, eines Hauses, eines Gebäudes oder eines Grundstücks durch deren bestimmungsgemäßen Gebrauch entstehen. Siehe auch: Betriebskosten berechnen
BürgschaftBei der Bürgschaft handelt es sich um eine persönliche Haftung für eine fremde Schuld. Dabei verpflichtet sich die BürgIn die offenen Schulden zu begleichen, sofern die SchuldnerIn ihren Verpflichtungen nicht nachkommt.
CourtageEntgelt für An- und Verkauf Immobilien
DoppelhaushälfteDie Hälfte eines Hauses, das zwei getrennte Eingänge hat und von zwei Familien (oder Personen) bewohnt wird. Die zwei Hälften teilen sich ein Dach und gleichen sich oft in Sachen Fassadenfarbe und Fensterverteilung. Hier findest du Angebote: Doppelhaushälften
Energieausweis / EnergiekennzahlDer Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet.
ExposéKurzbeschreibung der Immobilie mit allen wesentlichen Informationen
Freifinanzierte ObjekteObjekte die ausschließlich durch Privatmittel (Eigenmittel, Kapitalmarktdarlehen, Bausparkassendarlehen) und ohne öffentliche Wohnbauförderungsmittel finanziert sind. Dies ist besonders mietrechtlich relevant, da Mietwohnungen in Gebäuden, die nach dem 30.06.1953 freifinanziert errichtet wurden, nicht dem Mietrechtsgesetz (MRG). Somit gilt freie Mietzinsvereinbarung, die aus Eigentümerperspektive wesentlich lukrativer ist.
FunktionsflächeDie Funktionsfläche dient der Unterbringung von sogenannten 'haustechnischen Einrichtungen". z.B. Heizungs- oder Maschinenräume.
Gemeinschaftliches Eigentum (ideelles Eigentum)Dazu gehören beim Kauf einer Eigentumswohnung das Grundstück und alle relevanten Gebäudeteile, wie beispielsweise das Dach, Treppenhaus oder die Fassade. Alle Wohnungseigentümer sind für die Instandhaltung und Verwaltung des Gemeinschaftseigentums verpflichtet – meistens übernimmt das die beauftragte Hausverwaltung.
GewährleistungDie Gewährleistung, Mängelhaftung oder Mängelbürgschaft bestimmt Rechtsfolgen und Ansprüche, die dem Käufer im Rahmen eines Kaufvertrags zustehen, bei dem der Verkäufer eine mangelhafte Ware oder Sache geliefert hat.
GrundbuchDas Grundbuch ist ein von den Bezirksgerichten geführtes öffentliches Register, in das Grundstücke und die an ihnen bestehenden dinglichen Rechte (Eigentum, Pfandrechte, Reallasten, …) eingetragen werden.
GrundbucheintragungGrundsätzlich ist für jeden Rechtserwerb an einer Liegenschaft die Eintragung im Grundbuch erforderlich.
GrunderwerbssteuerDie Grunderwerbsteuer besteuert Erwerbsvorgänge an inländischen Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten. Sie beträgt im allgemeinen 3,5% der Bemessungsgrundlage (z.B. Kaufpreis). 
GrundflächeDie Brutto-Grundfläche ist die Summe der Grundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerkes, also die gesamte Fläche, auf der das Wohnhaus gebaut ist.Die Netto-Grundfläche ist die Summe der zwischen den aufgehenden Bauteilen befindlichen Bodenflächen (Fußbodenfläche) aller Grundrissebenen eines Bauwerkes. Die Netto-Grundfläche ist in Nutzfläche, Funktionsfläche und Verkehrsfläche gegliedert. 
HausgeldAls Hausgeld wird die Vorauszahlung bezeichnet, die der Wohnungseigentümer monatlich an den Hausverwalter der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zahlt und die am Jahresende abgerechnet wird. Das Hausgeld oder Wohngeld ist somit eine Art Nebenkostenabrechnung für den Eigentümer.
HypothekendarlehenGrundbücherlich durch eine Hypothek sichergestelltes, langfristiges Darlehen. Die Darlehenshöhe richtet sich nach dem Schätzwert des Objektes für den Fall der durch die Nichttilgung des Darlehens erforderlichen Zwangsveräußerung bzw. Zwangsversteigerung des Grundstückes.
ImmobilienertragsteuerDie Immobilienertragsteuer (ImmoESt) ist eine Steuer, die auf Gewinne von privaten Immobilien- bzw. Grundstücksveräußerungen erhoben wird. Der Veräußerungsgewinn wird dabei mit 30% versteuert. Um den Veräußerungsgewinn zu berechnen, wird die Differenz zwischen Veräußerungserlös und Anschaffungskosten ermittelt. Allerdings wird zwischen Alt- und Neugrundstücken unterschieden. Mehr dazu hier.
KatasterÖffentliches Verzeichnis der Grundstücke eines Bezirkes mit Angabe über Lage, Fläche und Nutzung. Der Kataster bildet die Grundlage für das Grundbuch und wird auch zum Nachweis von Grundstücksgrenzen herangezogen.  
KaufanbotEin Kaufanbot ist eine rechtlich verbindliche Erklärung zum Abschluss eines Kaufvertrages. Wenn das Anbot angenommen wird, entsteht ein Kaufvertrag über die im Anbot enthaltenen Eckpunkte.Die wichtigsten Details worauf du beim Kaufanbot achten musst erklären wir dir hier: Kaufanbot beim Immobilienkauf.
KautionHinterlegte Geldsumme oder Garantie, die zur Sicherstellung eines bestimmten monetären Anspruches (z.B. Schadenersatz) oder einer vertraglich festgelegten Leistung durch den Kautionspflichtigen dient. Die Kaution kann je nach Vereinbarung vom Kautionspflichtigen selbst oder von einem Dritten erbracht werden.
Kredit, DarlehenEin Vertrag bei dem der Kredit-/Darlehensnehmer und der Kreditgeber eine bestimmte Laufzeit, Zinsen, etc. vereinbaren zur Nutzung der Immobilienfinanzierung
Laufende AufwendungenKosten, die für die Nutzung und Bewirtschaftung einer Liegenschaft anfallen. WohnungseigentümerInnen müssen diese als MiteigentümerInnen der Liegenschaft anteilig tragen. Darunter fallen u.a. auch die Betriebskosten.  Siehe auch: Betriebskosten berechnen
MaisonetteDas französisch Wort für "kleines Haus" bezeichnet im Immobilienjargon eine zweigeschossige Wohnung innerhalb eines mehrstöckigen Gebäudes. Häufig sind Maisonetten zweigeschossigen Dachwohnungen. Hier findest du Angebote: Maisonette.
NotarDer Notar ist eine Person, die Beglaubigungen und Beurkundungen von Rechtsgeschäften, Tatsachen, Beweisen und Unterschriften vornimmt. Ebenso ist der Notar für die Hinterlegung von Geld und Kostbarkeiten zuständig.
NutzflächeDie Nutzfläche ist der Teil, der zu einem bestimmten Zweck, z.B. zum Wohnen, verwendet wird. Bei der Berechnung der Miete geht es somit in erster Linie um den Wohnraum an sich. Siehe auch: Wohnfläche, Nutzfläche, Verkehrsfläche
NutzflächenberechnungZur Nutzflächenberechnung multipliziert man einfach die Raumlänge und –breite. Bei einer Länge von 5 Metern und einer Breite von 4 Metern ergibt als das eine Wohnnutzfläche von 20 Quadratmetern.
Nutzwertberechung (auch Parifizierung)Die Nutzwertberechnung wird herangezogen, um das Verhältnis der Eigentumsanteile der MiteigentümerInnen untereinander zu bestimmen. Sie ist die Basis für die Berechnung von Betriebskosten und laufenden Aufwendungen bei Eigentum.
ProvisionGewährleistung, auch Mängelhaftung oder Mängelbürgschaft bedeutet das Einstehenmüssen für eine mangelhafte Leistung, insbesondere die Haftung für Sach- und Rechtsmängel.
RenditeErtrag einer Investition, ausgedrückt in % des angelegten Betrages.
TilgungsdarlehenBei diesem „Ratenkredit“ wird eine monatliche Rate vereinbart, dadurch sinkt im Laufe der Darlehenszeit die monatliche Belastung und ermöglicht eine schnellere Restschuldverminderung.
UnbedenklichkeitsbescheinigungBestätigung die vom Finanzamt ausgestellt wird, wenn die Grunderwerbsteuer bezahlt wurde. Erst mit dieser Bescheinigung ist die Eintragung des neuen Grundstückseigentümers ins Grundbuch möglich.
VerkehrsflächeAllgemeine Flächen, die dem Zugang und Verlassen von Nutz- oder Funktionsflächen dienen. Klassische Beispiele hierfür wären Hauseingänge, Gang, Stiegen, Lifte, aber auch die Garage (Ausnahme: private Parkplätze). Siehe auch: Wohnfläche, Nutzfläche, Verkehrsfläche
VerkehrswertMarktwert von Gütern, vor allem von Immobilien.
VorkaufsrechtAls Vorkaufsrechte versteht man Sonderrechte, die es einem sogenannten Vorkaufsberechtigten erlauben, anstelle eines Käufers in einen Kaufvertrag zu gleichen Konditionen einzutreten. 
WohnflächeDie Wohnfläche bezeichnet jene Fläche, auf der man tatsächlich wohnt bzw. die zu Wohnzwecken genutzt werden kann. Es fällt darunter also alles was sich innerhalb der Wohnung befindet. Siehe auch: Wohnfläche, Nutzfläche, Verkehrsfläche
WohnungseigentumsgesetzDas Wohnungseigentumsgesetz (WEG) ist ein Bundesgesetz, das alle Regelungen zum Wohnungseigentum bestimmt. Unter anderem umfasst das WEG die Voraussetzungen und Begründung von Wohnungseigentum. Die Rechte und Pflichten der einzelnen Wohnungseigentümer. Die Vorschriften zur Verwaltung der Liegenschaft. Die Bestimmungen zu wohnungseigentumsrechtlichen Außerstreitverfahren.


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